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Wärmepumpe mit Heizkörpern

Die meisten Häuser mit Öl- oder Gasheizung haben Heizkörper. Eine Wärmepumpe funktioniert damit, solange das Heizwasser an kalten Tagen nicht viel wärmer als 55 °C sein muss.

Kurz gesagt: Heizkörper sind kein Ausschlussgrund. Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur. Mit Heizkörpern braucht die Wärmepumpe rund ein Viertel mehr Strom als mit Fußbodenheizung.

Warum die Vorlauftemperatur zählt

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je weniger warm das Heizwasser sein muss. Eine Fußbodenheizung kommt mit 30 bis 35 °C aus, Heizkörper brauchen an kalten Tagen meist 45 bis 55 °C. Als Faustregel bringt jedes Grad weniger Vorlauf 2 bis 3 % mehr Effizienz.

Im Wärmepumpen-Check rechnen wir mit einer Jahresarbeitszahl von 3,6 für eine Luft-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und 2,9 mit Heizkörpern. Bei 2.500 Litern Heizöl sind das rund 5.900 statt 7.300 kWh Strom im Jahr, also rund 400 € Unterschied.

So prüfst du, ob deine Heizkörper reichen

  1. Test im Winter. Senke an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur des alten Kessels auf 55 °C oder weniger. Werden alle Räume warm, reichen die Heizkörper sehr wahrscheinlich. Ein Messbeispiel aus der Steiermark: Ein Einfamilienhaus aus den 1980ern mit Ölheizung brauchte bei 0 °C Außentemperatur nur 43 bis 45 °C.
  2. Raum für Raum rechnen lassen. Der Installateur vergleicht die Heizlast jedes Raums mit der Leistung des Heizkörpers bei 55 °C. Alte Heizkörper sind oft überdimensioniert, weil die Häuser inzwischen besser gedämmt sind.
  3. Gezielt nachbessern. Fehlt in einzelnen Räumen Leistung, reicht meist ein größerer Heizkörper dort. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass das warme Wasser überall ankommt.
  4. Dämmung zuerst? Neue Fenster oder eine gedämmte oberste Geschoßdecke senken die nötige Vorlauftemperatur. Das muss nicht vor der Wärmepumpe passieren, aber die Wärmepumpe sollte zur späteren Heizlast passen.

Was die Förderung verlangt

Die Bundesförderung für den Kesseltausch und zum Beispiel Salzburg setzen höchstens 55 °C Vorlauf voraus, Oberösterreich verlangt eine Mindesteffizienz bei 55 °C. Wer deutlich höher heizen muss, sollte vorher mit dem Installateur klären, was sich am Haus oder an den Heizkörpern ändern lässt. Alle Bedingungen unter Förderung nach Bundesland.

Quellen: WKO, Sanierungsoffensive; Land Salzburg, Richtlinie Heizung 2026; Land Oberösterreich, Kesseltausch; illwerke vkw, Wärmepumpen-Förderung; Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Faktencheck Wärmepumpe 02/2026; Messbeispiel laut WKO Installateure mit Vaillant. Ohne Gewähr.

Häufige Fragen

Brauche ich für eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?

Nein. Eine Fußbodenheizung ist ideal, weil sie mit 30 bis 35 °C auskommt. Mit Heizkörpern funktioniert eine Wärmepumpe auch, solange an kalten Tagen etwa 55 °C Vorlauf reichen. Sie braucht dann etwas mehr Strom.

Welche Vorlauftemperatur verlangt die Förderung?

Die Bundesförderung und zum Beispiel Salzburg verlangen höchstens 55 °C Vorlauf. Der Zuschuss von illwerke vkw in Vorarlberg verlangt bei Sanierung weniger als 50 °C.

Wie finde ich heraus, welche Vorlauftemperatur mein Haus braucht?

Am einfachsten im nächsten Winter: Die Vorlauftemperatur des alten Kessels schrittweise senken und beobachten, ob alle Räume warm werden. Genauer ist eine raumweise Heizlastberechnung durch den Installateur.

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Stand 1. November 2026